Die Krise

Die Krise in Deutschland ist kaum zu erkennen. Sie ist ein direktes Ergebnis der weltweiten Krisenerscheinungen seit 2008. Der durchschnittliche Cent wird in Deutschland seitdem zunehmend mit höherem Arbeitsleid errungen. Die Leidensfähigkeit der Deutschen führt dazu, dass dies zunächst nicht auffällt, zumal der Wohlstand weiter steigt. Dennoch zeigen sich überall die Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Bevölkerung und insbesondere die Schwächsten sind dem besonders ausgeliefert.

In der obigen Abbildung lässt sich erkennen, dass über die letzten Jahrzehnte 1968 - 2008 das Arbeitsleid (WC) ständig abgenommen hat. Doch anstatt dass dieser Weg weiterführt, hat sich im Jahr 2008 ein theoretisch nachweisbarer Wechsel etabliert, der seit dem beständig in die entgegen gesetzte Richtung verläuft. Das Arbeitsleid steigt Jahr für Jahr.

Beispielhaft meldet die größte deutsche Betriebskrankenkasse (BKK), die die Beschäftigten der Deutschen Post AG, der Deutschen Telekom AG und der Deutschen Volkswagen AG krankenversichert, dass seit 2008 die Zahl der krankheitsbedingten Abwesenheiten vom Arbeitsplatz aufgrund psychischer Beschwerden wie Depressionen oder Burnout-Syndromen, schon 2011 um 37% zugenommen hatten und weiter steigt. Gleichzeitig haben die Tagesdosen von Antidepressiva um über 45% zugenommen.

Ein probates Mittel um solche Schwierigkeiten zu bewältigen ist die Steigerung des Wohlstandes als Wiedergutmachtung der Schädigungen. Dazu ist es effizient, der diese Schäden tragenden Gesamtbevölkerung eine allgemeine Linderung der Situation zu verschaffen, in dem der allerersten Bedürfnisbefriedigung ein Moment der Sicherheit (Priorität) verschafft wird. Das bedeutet, dass der Situation der Druck entzogen wird, in dem im wesentlichen die Ernährung, Kleidung, Wohnung und medizinische Versorgung der Bevölkerung über ein Bedingungsloses Grundeinkommen abgesichert wird. 

Bei der Forderung nach einem Bedingungslosen Grundeinkommen geht es um Einkommensumverteilung. Zum Beispiel könnte man einen Teil aller Nettoeinkünfte (Gewinn-, Lohn-, Transfereinkommen) einziehen und daraus jedem ein staatlich garantiertes Grundeinkommen insgesamt in Gesamthöhe dieses anteiligen Volkseinkommens gleich verteilt auf alle Bürger auszahlen. Der Sozialstaat bliebe als solcher erhalten, es stellt sich aber dann die Frage, welche der 155 Sozialleistungen, und darüber hinaus der Steuererleichterungen wie u.a. Freibeträge, angepasst werden könnten, deren Versuch heute die soziale Absicherung eines Jeden ist. Die zum Teil frei werdenden Mittel von heute steuerfinanzierten Sozialleistungen (ca. 130) könnten dem Grundeinkommen zugeschlagen werden und/oder der Politik für neue Handlungsspielräume zur Verfügung stehen, von der Investition (z.B. Renovierungen in Schulen) bis zur Schuldenvermeidung oder sogar -rückzahlung.

Die insgesamt egalisieren Gesamteinkommen der Individuen und Gemeinschaften (Familien) ermöglichen Konsum- und auch Vermögensbildungsentscheidungen. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft (Reinvestitionen) würe nicht betroffen, jedoch würden neue (freiere) individuelle Arbeitsentscheidungen "schlechte" Erwerbsarbeit verteuern und "gute" Erwerbsarbeit verbilligen. Es käme auf jeden Fall zu einer eher demokratisierten Wirtschaft - mehrheitlich ungewollte Arbeitsbereiche (z.B. Rüstung) würden ein anderes Gewicht erhalten.

Bemessungsgrundlage könnte das Volkseinkommen sein, wenn hierdurch die Idee des Grundeinkommens auch in die Welt getragen werden sollte. Die Frage, ein wie großer Teil welcher Bemessungsgrundlage hierfür verwendet wird, wäre eine politische Entscheidung, die zeitgemäß angepasst werden könnte. Einig sind sich die Grundeinkommensbewegten weltweit weitgehend darin, dass es eine gesetzlich festgeschriebene Untergrenze geben sollte, damit jedem Bürger jederzeit die Mittel für die o.g. allerersten Bedürfnisse zur Verfügung stehen.

Die Initiative Grundeinkommen Osnabrück fördert und fordert die flächendeckende Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) als einziges effizientes Armutsbekämpfungsprogramm; die Förderung der Wirtschaft kann Nebenzweck sein.
Die Initiative ordnet sich dem bundesweiten Netzwerk Grundeinkommen sowie dem Basic Income Earth Network bei und strebt ein Einkommen an, das von einem politischen Gemeinwesen an alle seine Mitglieder ohne Bedürftigkeitsprüfung und ohne Gegenleistung individuell ausgezahlt wird.
Wir sehen das Thema als alternative Ergänzung zum heutigen deutschen Sozialstaat bismarckscher Prägung, welcher ausgerichtet an Arbeit und Familie, nach Auskunft der Volkswirte, innerhalb der nächsten 25 jahre jährlich doppelt soviel kosten wird wie heute bzw. halb soviel leisten.

Ziel der Initiative ist es, interessierten BürgerInnen ein eigenes Bild verschiedener Aspekte und Konzepte des BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen) im Detail auf Grundlage gesellschaftlicher/ökonomischer Relationen zu vermitteln zur allgemeinen und besonderen (auch wissenschaftlichen) Information, kritischen Analyse und Förderung des BGE; dabei stehen die Fragen der Teilnehmenden im Mittelpunkt.


Unsere Veranstaltungen finden im Kultur- und Kommunikationszentrum Lagerhalle e.V.,

Rolandsmauer 26, 49074 Osnabrück statt.

Zur Einführung:

Das Teilgrundeinkommen Rente ist sicher!

Mut zur Zukunft.

Basic income in english

Wir unterstützen Osnabrück Alternativ