Ziel der Initiative ist es, interessierten BürgerInnen ein eigenes Bild verschiedener Aspekte und Konzepte des BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen) im Detail auf Grundlage gesellschaftlicher/ökonomischer Relationen zu vermitteln zur allgemeinen und besonderen (auch wissenschaftlichen) Information, kritischen Analyse und Förderung des BGE; dabei stehen die Fragen der Teilnehmenden im Mittelpunkt.
So gibt es heute nach MdB Strengmann-Kuhn in Deutschland neun Millionen Menschen die Grundsicherungsleitung beziehen, davon fünf Millionen das Alg zwei plus 2,5 Millionen Kinder. Dazu gibt es ca. drei bis vier Millionen verdeckte Arme, die ihren Anspruch auf Unterstützung nicht wahrnehmen. Es gibt zunehmend mehr Erwerbsunterbrechungen und mehr prekäre Arbeitsverhältnisse. In Baden-Württemberg, einem Land mit geringster Arbeitslosigkeit und höchsten Einkommen, war die Steigerungsrate der Armen im letzten Jahr die höchste. 30% der Gesellschaft sind heute ausgegrenzt. Dies weißt eindeutig darauf hin, dass die Ausrichtung der Allokation (Umverteilung) mittels der Arbeit erodiert.
Die Aussage, das BGE sei utopisch ist Unsinn. Das BGE ist alles andere als ortlos (utopisch), es hat seinen Platz in allen gesellschaftlichen Schichten gefunden und wird heute nur noch von den Eliten der SPD und der Gewerkschaften bedingungslos abgelehnt, möglicherweise, weil diese Eliten höchst persönlich die potenziellen Verlierer des BGE sind. Diese Leute, die heute ein BGE als utopisch betrachten, verlangen von unseren jungen Leuten, dass sie sich nicht als „Hartz-Spezialisten“ betrachten, sondern ihr Denken und Handeln darauf richten, dass es vielleicht irgendwann einmal eine Zeit geben könnte, wo sie sich am Arbeitsmarkt behaupten können. Da fragt man sich doch, ob das keine Utopie ist. Die Betroffenen jedenfalls erreichen diese Forderer nicht. 1936 galt der heutige Wohlfahrtsstaat als Utopie.



"Der Brasilianische
Präsident Luis
Inacio Lula da Silva hat im Jänner ein Gesetz über
die
Einführung eines Grundeinkommens verlautbart. Dieses
verspricht
allen BrasilianerInnen (ohne jeden Unterschied) und
AusländerInnen,
die seit mehr als fünf Jahren im Land leben, eine staatliche
Leistung, mit der ihre Grundbedürfnisse wie Lebensmittel,
Erziehung und Gesundheit abgedeckt werden sollen. Dabei handelt es
sich um eine allgemeine Beihilfe, die von der Geburt bis zum Tod
ausbezahlt wird, bedingungslos und ohne Unterschied, für
Reiche
und Arme gleichermaßen. In Brasilien ist das Votum
für ein
Existenzeinkommen, das nach und nach eingeführt werden soll,
der
Hartnäckigkeit des Abgeordneten Eduardo Suplicy zu verdanken,
der seit 1991 für ein solches Gesetz eintritt, welches nun von
der aktuellen Regierung unterstützt wird.
Das Gesetz, das
nach 12 Jahren parlamentarischer Beratungen beschlossen wurde, soll
ab 2005 schrittweise verwirklicht werden - beginnend mit der
Auszahlung an die Armen. Je nach den budgetären
Möglichkeiten
müssen somit auch Konzessionen an die realen Gegebenheiten
gemacht werden, was die Kraft des Gesetzes beschränkt und dazu
führen könnte, dass es letztlich nicht die
vorgesehene
Wirkung entfaltet. Man müsse alles daran setzen, dass dieses
Gesetz "wirkt", so Präsident Lula da
Silva." (http://www.gutesleben.org/nachrichten.htm)