Du bist Deutschland!
Nach dem 2. Weltkrieg versuchten die Alliierten, das deutsche Volk um zu erziehen. Neben der Entnazifizierung war das Ziel, Deutschland zur freien Marktwirtschaft zu führen. Dies war eher schwierig, da die Deutschen bis dahin durch einen National-Sozialismus geprägt waren, eine kapitalistische Zentralverwaltungswirtschaft – Staatskapitalismus. Deshalb gründeten hieran anlehnend damals deutsche Industrielle „Die Waage“, deren Ziel es war, eine Werbekampagne für die Marktwirtschaft zu fahren. Mit Erfolg! Die Zustimmung der Bevölkerung hin zu einer Sozialen Marktwirtschaft wurde erreicht.
Heute sind die Unternehmensverbände notorisch schwach. Das Unternehmerlager ist komplett heterogen. Die deutsche Wirtschaft als Kollektivsingular kann die Interessen nicht bündeln. Gleichzeitig lösen sich die bisherigen Beziehungsstrukturen (Lobbying) langsam auf. Verbände, Gewerkschaften verlieren Macht – Vetoanteile bilden sich (Ärzte, Lokführer). Trotz mehr Kampagnen nimmt die Öffentlichkeitswirksamkeit ab.
Vor 10 Jahren starteten die deutschen Wirtschaftsverbände unter Führung von „Gesamtmetall“ die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM), die PR-Agentur der deutschen Wirtschaft, deren Ziel es war und ist, aus Deutschland einen modernen schlanken Staat zu machen mit geringen Steuern hin zu Privatisierung, ohne Umverteilung, ohne ÖPNV, ohne Landwirtschaftssubventionen, ohne Pflegeversicherung, mit geringeren Leistungen der GKV, für Studiengebühren, hin zu einer Solidarität für Bedürftige (Charity).
Und die Erfolge schienen gewaltig. Die Meinungsforschungsinstitute überschlugen sich mit Meldungen über die Frage, wie hoch denn Angela Merkel die Kanzlerschaft gewinnen würde. Am Ende gewann Angela Merkel – sie hatte aber nur 3000-4000 Bürger mehr auf ihrer Seite. Damit war das Ende der INSM besiegelt.
Die INSM hat noch bis 2010 einen zugesagten Etat von jährlich 10 Millionen Euro. Danach ist Schluss. Und dennoch hat sie eines bewirkt. Nämlich die Art und Weise, wie in Deutschland für gesellschaftliche Kräfte geworben wird. Das wird bleiben und daran kommt auch niemand vorbei. Die INSM hat Marken für die öffentliche Kommunikation gesetzt.
In Deutschland gibt es ca. 45.000 Journalisten und 10.000 Pressesprecher. Täglich erreichen jeden Bürger ca. 3.000 Botschaften. Die INSM zielt auf Multiplikatoren (Journalisten, Lehrer). Sie beauftragt wissenschaftliche Studien und veröffentlicht diese. Sie veranlasst Plakate, Events und Werbekampagnen: „Du bist Deutschland“, „Forschung ist die beste Medizin“ sowie die Potcasts der Kanzlerin stammen von dort.
Lehrer sind überlastet. Es ist ein Anreiz für Lehrer, den Unterricht entlastet zu bekommen. So bietet die INSM für ihr Thema im Internet Präsentationen, Folien u.ä. für den Schulunterricht an. Der Zeitdruck der Lehrer wird so minimiert. Die INSM hat Portale im Internet eingerichtet:
www.wassollwerden.de für Jugendliche
www.presseportal.de für Journalisten
www.wirtschaftundschule.de für Lehrer
www.insm-gesundheit.de für Versicherungen
Weiter setzt die INSM aus Testimonials, das sind bekannte Persönlichkeiten, die mit ihrem Namen für die Initiative werben.
Hiervon kann die Grundeinkommensbewegung lernen. Wir sollten insbesondere für die Schulen fertige Unterrichtsmaterialien vorhalten und so die Lehrer entlasten.